Sozial – Schnell – Gut

Kategorie
Architektur
Jahr
2016
Leistungen
Konzept
Typologie
Wohnen
Bauherr
Auslober: Bauforum Rheinland-Pfalz
Status
Wettbewerb
Sozial – Schnell – Gut — FORMAAT

Wettbewerb - Sozial Schnell Gut

 

Haltung

 

Wir fragen: Was ist eigentlich eine 3-Zimmerwohnung? Wird sie tatsächlich nur über Flächenbedarf und eine maximale Quadratmeterzahl definiert? Wer lebt in dieser 3-Zimmerwohnung und mit welchen privaten und gemeinschaftlichen Flächen sollten die Bewohner ausgestattet werden? Wir betrachten die Anforderungen an den sozialen Wohnungsbau und seine Kosteneffizienz und sind der Auffassung, dass sozialer Wohnungsbau über eine unendlich scheinende Verkleinerung gewohnter Grundrisstypologien hinaus gehen sollte. Wir denken, dass eine notwendige Verkleinerung von Wohnfläche mit der qualitätvollen Erweiterung der Außenflächen und des öffentlichen Raums einher geht. Der Laubengang ist in der Lage, den Ansprüchen von Bewohnern an privaten und öffentlichen Raum Rechnung zu tragen.

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Typologien

 

Das typologische Konzept beruht auf einem einheitlichen Modul. Um auf unterschiedliche städtebauliche Situationen reagieren zu können lassen sich mithilfe der Module Punkthäuser, Quartiere, Blockrandbebauung, Clusterstrukturen und Zeilen generieren. Das einzelne Modul verfügt über eine Achsraster von 3,75m x 6,25m. Es ist vertikal stapelbar und horizontal in Reihe zu schalten. Zusätzlich gibt es eine Eckerweiterung im Raster 3,75m x 3,75m, um auf Abschlüsse in Quartier und Zeile reagieren zu können. Alle Typologien sind darüber hinaus auch mit einer Punkterschließungen realisierbar.

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Baukörper

 

Zwei L-förmige Baukörper stehen sich gegenüber und bilden einen gemeinschaftlich genutzten Hof mit Laubengangerschließung. Der Außenraum wird auf den Laubengang übertragen, dadurch werden private und öffentliche Freibereiche generiert und auf jedem Geschoss Grünbereiche geschaffen. Mit dieser Systematik kann auf zusätzlich angehängte Balkone verzichtet werden.

Erschlossen wird das Quartier auf der Nord- und Südseite. Weiterhin zeichnet sich das Quartier durch den Wechsel in der Farbigkeit des Materials ab. So werden die Fertigteile an der Außenseite des Quartiers mit schwarzer und im Inneren des Hofes mit unbehandelter senkrecht stehender Holzverschalung aus Lärche verkleidet. Bei erhöhten Sonnenschutzanforderungen kann an den notwendigen Fassadenseiten ein außenliegender Sonnenschutz als Rollo in die Planung integriert werden.

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Wohnungen

 

Die Wohnungen werden mit nutzungsneutralen Räumen ausgestattet, welche sich Richtung Osten oder Westen orientieren. Die Anordnung der Räume untereinander ist frei. Der Grundriss wird durch eine Zone, in der sich Küche, Bad/WC und Flur befinden, ergänzt. Diese Zone orientiert sich zur Hofseite und zum Laubengang. Wird ein Aufzug nachgerüstet sind alle Wohnungen barrierefrei, die vier Wohnungen im Erdgeschoss sind rollstuhlgerecht ausgeführt.

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Fassade

 

Die konstruktive Konzeption und Umsetzung basiert auf einem einfachen modularen System mit möglichst immer gleichen Bauteilen. Die Tragkonstruktion, bestehend aus Stützen, Unterzügen und Moduldecken in Fertigteilbauweise, ermöglichen einen „trockenen“ Rohbau der in kürzester Zeit errichtet werden kann. Da die Fassadenelemente ebenfalls als fertige Module vorproduziert angeliefert werden und sich in ihrer Stapelung selbst tragen, können diese unabhängig und entkoppelt vom Rohbau errichtet werden.

Die Oberflächen der Betonelementdecken werden so ausgeführt, dass auf zusätzlichen Estrich verzichtet und der gewünschte Bodenbelag direkt schwimmend verlegt werden kann.

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